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Goethes ‹Faust 1 und 2› in 9 Stunden: Zwischen Homunculus und Euphorion – Mensch werden oder Mensch bleiben?

Goethes ‹Faust 1 und 2› in 9 Stunden: Zwischen Homunculus und Euphorion – Mensch werden oder Mensch bleiben?

Jul 24, 2020 – Jul 26, 2020 July 24, 2020 – July 26, 2020
Goetheanum Grosser Saal Rüttiweg 45, 4143 Dornach, Schweiz Show on map ...

Die große Frage, was den Menschen zum Menschen macht, ist im Zeitalter künstlicher Intelligenz existenziell. Embryoähnliche Wesen aus der Retorte, humanoide Roboter, Maschinenkörper, die mit dem Gehirn fusionieren, werden immer mehr zur Realität unserer Lebenswelt. Mit dem Homunculus, dem künstlichen Menschlein, hat Goethe schon vor 200 Jahren diese Entwicklung vorausgesehen. Von Wagner, dem Wissenschatler, durch Experimente erschafen, zum zerbrechlichen Leben in Anwesenheit von Mephistopheles erweckt, ist er die reine Verkörperung des kristallinen Verstandes. Ihm gegenüber steht Euphorion, entstanden aus den Liebesworten zwischen Helena und Faust – die Poesie. Homunculus zerschellt in den Wogen des Meeres, Euphorion stürzt sich himmelan in den Tod.

Dazwischen steht Faust, der irdische Mensch, unermüdlich Grenzen überschreitend in seinem Streben, maßlos bis zuletzt. Mit dem »Faust« hat Goethe Bilder geschafen, die mögliche Wege zeigen, den Fragen nachzugehen, was der Mensch ist, was er sein kann und wie er letztlich handlungsfähig in der Zukunt wird.

Wir freuen uns, mit Ihnen zusammen zu entdecken, was Goethe in den Faust «hineingeheimnisset» hat, wie er selbst einmal gegenüber Zelter am 27. Juli 1828 formulierte.

Christiane Haid und Ariane Eichenberg